Es ist jetzt

Vergangenes Jahr kam es auf den Straßen in der Region zwischen und Uhr zu Unfällen mit Personenschaden. 2016 waren es Unfälle.

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Wann, wie oft und wo es im Raum Heilbronn zu Verkehrsunfällen kommt ...

... und mit welchen Folgen

Die meisten Unfälle passieren natürlich dann, wenn auch die meisten Fahrzeuge unterwegs sind – morgens und nachmittags im Berufsverkehr. Nachts passieren vergleichsweise wenige Unfälle mit Personenschaden.

Unfälle nach Tageszeit

Solche Informationen gibt es im Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Der Atlas sammelt alle Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden – keine reinen Blechschäden. Die Daten basieren auf den Meldungen der Polizeidienststellen. Zwar werden nur solche Unfälle erfasst, die sich eindeutig einem Straßenabschnitt zuordnen lassen – nach Angaben der Statistischen Ämter liegt diese Quote jedoch bei deutlich über 90 Prozent.

Die Heilbronner Stimme hat die Daten des Unfallatlas' der Jahre 2016 und 2017 für die Region ausgewertet. Dabei sind wir auf diese Ergebnisse gestoßen:

Sommer, Sonne, Schwerverletzte

Im Sommer gibt es tendenziell mehr Unfälle als im Winter. Folgerichtig passieren die meisten Unfälle auch bei Tageslicht und trockener Straße.

Unfälle nach Monaten

Schnee und Eisglätte lassen die Unfallzahlen hingegen nicht automatisch in die Höhe schnellen: Der Deutsche Wetterdienst hat bei seiner Öhringer Messstation für den kompletten Januar 2017 sehr niedrige Temperaturen und fast jeden Tag mehrere Zentimeter Schnee aufgezeichnet. Ein Jahr zuvor lag im gleichen Zeitraum nur an elf Tagen Schnee, die Temperaturen waren deutlich höher – trotzdem gab es 50 Prozent mehr Unfälle.

In der Stadt gibt es mehr Unfälle als auf dem Land

Diese Karte zeigt alle Unfälle von 2017 in der Region.

In Heilbronn sind besonders Kreuzungen der Hauptverkehrsachsen unfallträchtig.

Zum Beispiel im Bereich der Allee ...

... oder am Europaplatz ...

... oder rund um die Karl-Wüst-Straße im Norden.

Aber auch auf dem Land gibt es Unfallschwerpunkte mitten im Nirgendwo, wie diese gefährliche Schleife bei Unterheinriet zum Beispiel.

 

Diese Karte zeigt alle Unfälle von 2017 in der Region.

In Heilbronn sind besonders Kreuzungen der Hauptverkehrsachsen unfallträchtig. Zum Beispiel im Bereich der Allee ...

... oder am Europaplatz ...

... oder rund um die Karl-Wüst-Straße im Norden.

Aber auch auf dem Land gibt es Unfallschwerpunkte mitten im Nirgendwo, wie diese gefährliche Schleife bei Unterheinriet zum Beispiel.

Die Gegend ist ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer. In einer engen Kurve kam es 2017 zu sieben Unfällen mit Personenschaden – und jedes Mal waren Krafträder beteiligt.

Vergleicht man die Kraftrad-Unfälle mit den Fahrradunfällen, wird auf einen Blick klar: Radler verunglücken eher innerorts – bei Unfällen außerhalb von Städten und Dörfern sind sie deutlich seltener beteiligt als Krafträder.

Radunfälle

Kraftradunfälle

Generell kommt es aber auch auf dem Land am häufigsten in oder in der Nähe von Ortschaften zu Unfällen. Autobahnen hingegen sind die sichersten Straßen: Dort passieren die wenigsten Unfälle. Im Jahr 2017 starben in der Region 25 Menschen bei Verkehrsunfällen, nur zwei davon auf Autobahnen.

Unfälle nach Straßenarten

Die meisten Unfälle sind Pkw-Unfälle

Apropos Beteiligte: Aus den Daten des Unfallatlas' geht auch hervor, wie häufig Pkw, Fahrräder, Fußgänger, Krafträder oder Sonstige (also etwa Lkw, Straßenbahnen oder Busse) an Unfällen beteiligt sind. Es ist jedoch nicht angegeben, wie viele Fahrzeuge, Fußgänger und so weiter jeweils involviert waren.

Die folgende Matrix zeigt die häufigsten Unfallkonstellationen, also welcher Verkehrsteilnehmer mit wem aneinandergeraten ist. So sind 2017 zum Beispiel 141 Unfälle zwischen Pkw- und Fahrradfahrern passiert – wobei nicht ausgeschlossen ist, dass es in Einzelfällen nicht auch noch weitere Unfallbeteiligte gab. Die Zeile „Nur“ gibt an, wie viele Unfälle mit nur einer Fahrzeugart es gab – zum Beispiel 825 reine Pkw-Unfälle. Dazu zählen Zusammenstöße mehrerer Autos genauso wie Fälle, bei denen ein einziger Pkw von der Straße abgekommen oder gegen eine Verkehrsinsel gefahren ist.

Unfallkonstellationen

2017 Pkw Rad Fuß Krad
Pkw 141 122 177
Rad 141 13 1
Fuß 122 13 8
Krad 177 1 8
Nur 825 32 0 100

Wenn man nur die Sommer-Monate April bis September betrachtet, ist der Anteil an Kraftrad-Unfällen besonders groß: An fast jedem vierten Unfall im Sommer war 2017 ein Kraftrad beteiligt. In den Wintermonaten lag der Wert nur bei rund zwölf Prozent. Noch seltener verunglücken im Winter Radfahrer: Sie waren zwischen Oktober und März nur an rund neun Prozent der Unfälle beteiligt, im Sommer zu rund 16 Prozent.

Unfälle mit Krafträdern

2017 Gesamt warm kalt
Unfälle gesamt 1.666 918 748
Krad beteiligt 311 222 89
Anteil 18,7 % 24,2 % 11,9 %

Aus den Daten geht nicht hervor, wie viele und welche Personen jeweils verletzt wurden und wer den Unfall verschuldet hat. Trotzdem geben die Daten Aufschluss über typische Unfallhergänge:

Unfallarten 2017

Am häufigsten sind Unfälle „im Längsverkehr“ – also zum Beispiel Auffahrunfälle oder solche, die bei Fahrspurwechseln geschehen.

Die Zahl der Toten ist deutlich zurückgegangen

Eine gute Meldung zum Schluss: Insgesamt sterben auf den Straßen der Region Heilbronn heutzutage deutlich weniger Menschen als noch vor 20 Jahren. Gerhard Zeh vom Sachbereich Verkehr der Heilbronner Polizei sieht dafür verschiedene Gründe: Zum einen sei die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge besser geworden, auch viele Straßen seien heute zum Beispiel durch Leitplanken oder bauliche Verbesserungen sicherer.

Verkehrstote nach Landkreisen

Vor allem trage aber auch die zunehmende Verkehrsmenge zu dieser Entwicklung bei: Je mehr Autos unterwegs sind, desto langsamer kommen sie vorwärts. Bei geringerer Geschwindigkeit haben Unfälle meist weniger schlimme Folgen. „Ein Stau kann also durchaus auch schonend für die Verkehrsteilnehmer sein“, sagt Zeh. Also: Nicht ärgern, wenn‘s das nächste Mal wieder etwas länger dauert. Und immer vorsichtig fahren.


Die Daten für diese Darstellung stammen teilweise direkt vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, zum Großteil aber aus dem Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Der Atlas sammelt alle Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden – keine reinen Blechschäden. Die Daten basieren auf den Meldungen der Polizeidienststellen. Zwar werden nur solche Unfälle erfasst, die die Polizei bei der Unfallaufnahme eindeutig einem Straßenabschnitt zuordnen kann – nach Angaben der Statistischen Ämter liegt diese Quote jedoch bei deutlich über 90 Prozent. Der komplette Datensatz kann hier heruntergeladen werden.

Text und Analyse: Julia Weller

Umsetzung: David Hilzendegen

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Erschienen im Dezember 2018